30. Juli 2020

Im Gespräch mit Peter Zerwes, Gründer und CEO der INNOSYSTEC GmbH

INNOSYSTEC feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem freudigen Anlaß haben wir mit dem Gründer und CEO Peter Zerwes ein Interview geführt. Dabei kamen spannende Einblicke und interessante Hintergrundinformationen zur Entstehung von INNO und zur Person von unserem CEO zu Tage.

 

Herr Zerwes, als CEO der INNOSYSTEC GmbH, sind Sie dem einen oder anderen bereits bekannt.

Würden Sie sich unseren Lesern trotzdem bitte kurz vorstellen?

Mein Name ist Peter Zerwes, ich bin 60 Jahre alt, verheiratet und habe 2 erwachsene Söhne. An der RWTH Aachen habe ich Elektrotechnik studiert.

Weil ich persönlich die Berge mag, habe ich nach dem Studium meine erste Anstellung in Süddeutschland gesucht. Damals gab es die Option, zwischen einem Trainee-Programm bei BMW in München und einer Anstellung bei der Fa. Dornier in Friedrichshafen zu wählen. Ich hatte die Entscheidung an einem Tag getroffen, an dem bestes Wetter war. Als ich auf dem Schlossplatz in Meersburg stand und die Berge und den See sah, war für mich klar, meinen Berufsweg am Bodensee zu starten.

 

INNO wird dieses Jahr 20 Jahre alt. In dieser Zeit ist sicherlich sehr viel Wegweisendes passiert -und passiert mit dem Neubau gerade auch.

Wie kam es überhaupt zur Gründung von INNO?

Die INNOSYSTEC ist eine Ausgründung aus einem Projektgeschäft. Ich war bei Dornier beschäftigt und bin dort nach fünf Jahren gegangen, um als geschäftsführender Gesellschafter ein kleines Computerunternehmen zu übernehmen. Diesem Unternehmen gehörte ich noch bis Ende letzten Jahres an, habe aber mittlerweile meine Anteile verkauft.

Dieses Unternehmen hatte, nachdem ich von Dornier weggegangen war, kurze Zeit später eine Auftragsanfrage bekommen, ob wir nicht im Rahmen eines Projektes mitarbeiten wollten. Durch dieses Projekt haben wir Kontakt zu dem Auftraggeber erhalten, der damals die Fa. Dornier beauftragt hatte. Der Auftraggeber war so zufrieden mit unseren Leistungen, dass er uns ansprach, ob wir uns vorstellen könnten, dieses Thema weiter auszuprägen. Durch die inhaltliche Überschneidung der Themen-Altprojekte in der Firma und das neue Projekt, sind wir zu dem Entschluss gekommen, ein neues Unternehmen zu gründen.

Die Gründung erfolgte zu Dritt: Zwei Projektleiter von der Fa. Dornier und meine Wenigkeit. So sind wir im Juni 2000 mit der INNO gestartet.

Damals gab es gerade den Niedergang der New Economy und wir haben praktisch als Solid und Old Economy begonnen, denn wir hatten keine Investoren - wir hatten stattdessen direkt eine attraktive Projektbeauftragung.

So ging es los!

 

Wenn Sie noch einmal vor dieser Entscheidung stehen würden, gäbe es INNO heute dann auch?

Ganz sicher! Ich glaube, das war aus beruflicher Sicht die beste Entscheidung meines Lebens.

 

Sie haben ja lange Zeit mit nur wenigen Mitarbeitern gearbeitet und nun steigt die Anzahl in den letzten Jahren um einiges schneller. Woran liegt das denn?

Wir haben in den ersten Jahren überwiegend über Projekte Geschäft gemacht und haben nur die Aufträge angenommen und abgewickelt, die auch machbar waren. Wir legten dabei besonderen Wert darauf, behutsam zu wachsen. Über diese Projektarbeit, die sukzessiv anstieg, haben wir auch das Personal entwickelt. Jetzt ist die Situation anders; wir haben uns irgendwann die Frage gestellt, warum der Markt parallel zur INNO sehr stark wächst, die INNO selbst aber nicht so stark. Daher kamen wir zu der Überlegung, dieses Wachstum strategisch anzugehen – mit allen Konsequenzen. Das bedeutete u.a., das Personal aufzustocken, um ganz andere Positionen besetzen zu können, die das Wachstum begleiten.

 

Ist das auch der Grund, warum INNO ein neues (eigenes) Gebäude baut?

Genau, das ist der Hauptgrund. Wir haben im Gesellschafterkreis überlegt, welche Voraussetzungen wir eigentlich schaffen müssen, wenn wir diesen Wachstumspfad verfolgen wollen. Da war uns schnell klar, dass Ressourcen wesentlich sind und insbesondere die Arbeitsbedingungen. Wir sind seit 18 Jahren Mieter in einem Gewerbepark, jetzt platzen wir hier aber aus allen Nähten. Somit stand fest, dass wir uns verändern müssen.

Wir wollten unbedingt in Salem bleiben und haben geprüft, ob wir etwas mieten können. Schnell wurde klar, dass dies nicht möglich ist, woraufhin wir uns entschieden, ein eigenes Gebäude zu bauen.

 

Gibt es heute noch Mitarbeiter, die vor 20 Jahren beim Start von INNO schon mit dabei waren?

Ja tatsächlich, die gibt es. Zwei wertvolle Mitarbeiter, die wirklich vom ersten Tag an dabei sind: einer von den beiden ist heute unser CTO und der andere ist u.a. als Senior Softwareentwickler/-architekt und im Bereich der Sicherheit als unser Sicherheitsbevollmächtigter tätig. Das ist schon eine tolle Sache.

 

Was sind Ihre persönlichen Highlights in diesen 20 Jahren gewesen? Abgesehen von dem neuen Gebäude.

Da gab es natürlich viele Highlights, wenn ich zurückblicke.

Was ich besonders bemerkenswert finde, ist die Tatsache, dass wir auch nach 20 Jahren noch Kunden haben, die uns von Anfang an begleiten. Durch viele erfolgreiche Projekte freuen wir uns über eine hohe Kontinuität im Kundenkreis. Dieses besondere Vertrauensverhältnis zu zahlreichen Kunden hat mehrfach dazu geführt, dass wir durch Empfehlungen weitere neue Kunden bekamen, ohne dass wir dazu besondere vertriebliche Aufwände gehabt haben.

Weiterhin ist unsere äußerst geringe Fluktuation für mich ein Hinweis, dass vieles richtig läuft bei der INNO.

 

Wie haben Sie das letzte (wahrscheinlich 10-jährige) Jubiläum gefeiert?

Das 10-jährige INNO-Jubiläum haben wir mit mehreren Veranstaltungen gefeiert, wofür damals der ganze Gewerbepark geschmückt wurde. So gab es an einem Samstag einen Mitarbeiter-Familientag mit großem Zelt und einigen Attraktionen für die Kinder. Die Familienangehörigen konnten sich im Gebäude über die Arbeit von INNO und ihrer Partner und Partnerinnen informieren.

Außerdem haben wir einen Behördentag initiiert, zu dem alle unsere Kunden nach Salem kamen. Hier gab es Informationsstände, die die INNO im Detail vorstellten. Als Rahmen-programm haben wir zu einer Schifffahrt von Überlingen auf die Insel Mainau eingeladen mit anschließendem Abendessen. Dieser Tag mit all seinen Eindrücken blieb den Teilnehmern noch lange in Erinnerung – was sich noch viel später in Gesprächen mit diesen immer wieder zeigte.

 

In Coronazeiten sind Feste nicht so einfach zu veranstalten – wie feiert INNO sein Jubiläum dieses Jahr?

Ja, das ist für uns wirklich bitter. Neben den Herausforderungen aus unternehmerischer Sicht, die Corona mitbringt, müssen wir auf die Feier in diesem Jahr verzichten. Wir hatten Vieles vor: wir wollten ein großes tolles Fest zur Gebäudeeröffnung machen, wollten unser Jubiläum feiern, einen Kundentag veranstalten, einen Familientag anbieten– wir hatten uns einiges überlegt. Mittlerweile aber ist die Entscheidung gefallen, auf all diese Events in diesem Jahr zu verzichten, in der Hoffnung, dass wir – bezogen auf Corona – nächstes Jahr bessere Zeiten haben und wir dann wirklich auch alle mit großer Freude und ohne Einschränkung das Feiern nachholen! Also es ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben.

 

2007 wurde INNO Teil der PLATH Group mit Sitz in Hamburg, was jetzt nicht gleich um die Ecke ist.

Wie kam es dazu?

Wir hatten bis Mitte 2008 sieben Jahre Projektarbeit hinter uns gebracht, im Wesentlichen mit deutschen Kunden. Es war die Entscheidung gefallen, erste Schritte im internationalen Umfeld zu gehen. Ich war damals alleine vertrieblich tätig und daher war schnell klar, dass wir diesen Schritt nur mit Partnern gehen können, da ein eigener Aufbau zu diesem Zeitpunkt viel zu aufwändig war und auch zu lange gedauert hätte. Deshalb haben wir uns zu dieser Zeit nach einem Partner umgeschaut. Zeitgleich kam die Fa. PLATH auf uns zu, die uns schon aus Projektgeschäften kannte, sie äußerte Interesse an einer Zusammenarbeit und wollte gerne Anteile erwerben, um uns in die PLATH Group aufzunehmen. Der Deal damals war ganz einfach: wir bringen unsere Kompetenz in die Gruppe ein mit einer erstklassigen Referenz aus dem deutschen Kundenkreis der Sicherheitsbehörden und einem attraktiven Produktportfolio. Im Gegenzug konnten wir von dem großen vertrieblichen Team in Hamburg partizipieren und hatten dadurch sofort Zugriff auf den internationalen Markt.

 

Wodurch unterscheidet sich INNO von anderen Unternehmen – was macht INNO aus?

Wir haben bei uns von Anfang an versucht eine offene Kultur zu etablieren, d.h. die Türen stehen immer auf. Wir haben flache Hierarchien, wir haben stets Wert daraufgelegt, offen und regelmäßig zu kommunizieren und haben über all die Jahre eine sehr aufwändige Mitarbeiterversammlung praktiziert, die mehrmals im Jahr stattfindet. Hierbei kommen aus allen bekannten Bereichen Informationen an die Belegschaft. Bei vielen Entscheidungen beziehen wir die Belegschaft mit ein. Wir haben Kreativitätstage etabliert, an denen wir uns alle zwei Jahre zu einem großen Workshop treffen. Dabei besprechen wir die Herausforderungen, die intern bestehen und erarbeiten Lösungen.

Auch unser neues Gebäude wurde so aufgesetzt. Die Kolleginnen und Kollegen konnten sich einbringen und Ihre Vorstellungen und Wünsche formulieren, z.B. Großraumbüros oder eher kleine oder mittlere Büros. Auch unsere Townhall im neuen Gebäude haben wir den Ideen der Mannschaft zu verdanken. Ich glaube, das ist schon eine Besonderheit der INNO.

 

Was war Ihre bisher größte berufliche Herausforderung?

Die größte berufliche Herausforderung ist für mich aktuell die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Es gab viele Herausforderungen in den 20 Jahren, die man aber überwiegend durch eigenes Ermessen steuern konnte. Bei Corona sieht das anders aus. Gerade jetzt stehen wir vor der Situation, dass wir strategisch den internationalen Vertrieb aufbauen wollen und werden nun quasi ausgebremst. Internationales Reisen ist kaum möglich oder nur mit sehr starken Einschränkungen. Für unser Geschäft ist der persönliche Kontakt zu unseren Kunden von enormer Bedeutung.

Ich bin aber auch stolz darauf, dass wir trotz der Krise bis heute keine Kurzarbeit anordnen mussten. Durch unser behutsames Wirtschaften sind wir optimistisch, dass wir durch diese Krise gut hindurchkommen.

 

Was sind die positiven Aspekte in Ihrem (Arbeits-)alltag?

Ich kann glücklicherweise auf 20 Jahre zurückschauen, in der mir die Arbeit zu 90% immer Spaß gemacht hat. Viel Abwechslung, diese Vielfalt an Themen, die Möglichkeiten zu entscheiden und auch das Feedback aus der Mannschaft; überhaupt die ganze Entwicklung des Unternehmens zu betrachten, mit wieviel Freude und Engagement die Mitarbeiter hier wirken, … die zufriedenen Kunden … – es gibt viele positive Aspekte, die mir hier einfach große Freude bereiten.

 

Gibt es etwas, dass Sie an ihrem Alltag nicht so mögen?

Nicht ausreichend Zeit zu haben, um wichtige und dringliche Themen mit angemessener Sorgfalt zu durchdenken. Manchmal erfordern Rahmenbedingungen eine schnelle Entscheidungsfindung. Dies hat im Laufe der Zeit leider zugenommen. Ebenso die Situation, oft einen vollen Terminkalender zu haben, nimmt einem die Möglichkeit in Ruhe Themen zu bearbeiten.

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Und wo sehen Sie die INNO in 10 Jahren?

Ich wünsche mir natürlich, dass die INNOSYSTEC weiterhin behutsam und erfolgreich agiert. Vor allen Dingen, dass die Wachstumsstrategie und die Unternehmensstrategie, die wir aufgesetzt und jetzt auch begonnen haben, umgesetzt werden kann; dass sie Früchte trägt und die INNO mit ihren Lösungen als Garant für Zuverlässigkeit und Sicherheit in der Welt wahrgenommen wird, und wir künftig viele weitere zufriedene Kunden zu unseren Kunden zählen können.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Zerwes.

Zurück Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag

Kontaktformular ausfüllen und Newsletter anfordern.

*Gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder

Erforderlich
Erforderlich
Erforderlich
Erforderlich
Erforderlich
Erforderlich