26. März 2020

Ein Interview in der Wehrtechnik mit INNO CSO Axel Möhring.

Unser CSO Axel Möhring im Gespräch mit der Wehrtechnik über den Sicherheitsmarkt, die Bedeutung für INNOSYSTEC und dessen Herausforderungen.

 

wt: Welche Bedeutung hat der deutsche Verteidigungs- und Sicherheitsmarkt für INNOSYSTEC und was bietet das Unternehmen an?

Möhring: Wir haben als INNOSYSTEC in Deutschland unsere Heimat und arbeiten u.a. eng mit den deutschen Sicherheitsbehörden zusammen. In Deutschland hat alles angefangen. So sind wir gewachsen und wachsen auch weiter. Wir bieten im Bereich Big Data Management eine Lösung für Herausforderungen aller Art für diverse Kundensegmente. Der deutsche Markt ist für uns aber besonders wichtig – hier laufen unsere Lösungen erstmalig und werden hohen Anforderungen ausgesetzt – sowohl technisch als auch im Hinblick auf nationale Sicherheitsinteressen. Das ist oftmals der Lackmustest für einen späteren Einsatz im internationalen Umfeld. Der Beschaffungsprozess auf dem deutschen, aber auch auf dem europäischen Markt ist, insbesondere für Softwarelösungen zu schwerfällig und zu langsam. Hier muss angesetzt werden, will man in Deutschland die vorhandene Expertise halten und nicht verlieren. Manchmal wünschen wir uns auch mehr Gehör. Als Mittelständler ist es schwer, in größeren Vorhaben Beachtung zu finden. Jedoch können wir mit unserem Knowhow und unserer Reaktionszeit immer wieder punkten.

 

wt: Wie rasch können Sie Produktlösungen für einen möglichen Bedarf in Deutschland bereitstellen?

Möhring: Bei dieser Frage müssen wir unterscheiden: einmal in das Produktgeschäft und einmal in das Projektgeschäft. Je nachdem, welches wir mit dem Kunden anstreben, beeinflusst das auch die jeweilige Lieferzeit. Im Produktgeschäft geht es darum, unser Standardprodukt so schnell wie möglich zur Verfügung zu stellen, ohne dass der Kunde lange Wartezeiten hat. Das können mitunter nur wenige Wochen sein. Unsere Produktentwicklung bewegt sich auf einem hohen technischen Niveau, so dass wir eine innovative Lösung innerhalb kürzester Zeit bereitstellen können. Wir sind seit Gründung im Jahr 2000 konstant und konsequent mit unserem Produkt und den Projekten gewachsen und haben mit 75 Mitarbeiter/innen eine Größe erreicht, die auch bei uns gewisse Prozesse und Strukturen erfordert. Wir bewegen uns am Softwaremarkt immer mehr zu Standards. Das ist gut, ermöglicht es doch allen Beteiligten schneller und smarter zu handeln. Hier halte ich uns im Vergleich zum Wettbewerb und im Hinblick auf unsere Erfahrung und Expertise für extrem agil.

 

wt: Verknüpft INNOSYSTEC mit der Vermarktung seiner Produkte für einen möglichen deutschen Kunden eine enge Kooperation mit anderen (wehrtechnischen) Unternehmen bzw. Partnern in Deutschland? Wie sieht die Vermarktungsstrategie aus?

Möhring: Unser Kernmarkt ist nach wie vor Deutschland bzw. Europa. Wir haben uns lange die Frage gestellt, ob wir uns diversifizieren sollen oder müssen. Letztendlich haben wir entschieden, bei unserem Kerngeschäft zu bleiben und für weitere Anforderungen Partner in unsere Projekte zu integrieren. Bei unserer Größe können wir auch nicht jegliche Projekte oder Anfragen bedienen, daher ist ein weiterer wichtiger Aspekt für uns die Partnerschaft mit großen Systemhäusern und Integratoren. INNOSYSTEC ist einer der „hidden champions“ am Markt – mit der Betonung auf „hidden“. Wir sind am Markt wenig bekannt und haben diesen Weg auch bewusst über die letzten 20 Jahre gewählt. Wir haben am deutschen Markt agiert und einfach gute Arbeit geleistet. Das ist die beste Referenz und beste Werbung, um Folgegeschäft zu machen. Wenn man es so nennen darf, dann war dieses Vorgehen lange unsere Vermarktungsstrategie. Sofern man als Unternehmen gute Arbeit leistet, bekommt man aber mit der Zeit mehr Aufmerksamkeit und ehrlicherweise auch den Hunger für größere Märkte. Seit Mitte 2019 sieht man uns daher nun aktiver und sichtbarer am Markt. Das Thema Messeteilnahme steht 2020 nun ganz oben auf der Agenda.

 

wt: Gibt es Überlegungen, auch den internationalen Markt zu adressieren?

Möhring: Der Internationale Markt ist seit nunmehr zehn Jahren für INNOSYSTEC ein attraktives Betätigungsfeld. Seit 20 Jahren haben wir uns Domainwissen aufgebaut, wie wir national, aber auch international im rechtlichen Rahmen agieren können. Nicht zuletzt bieten wir einen weltweiten Standard für Eingangsdaten. Aber nochmal: Ohne den deutschen wäre der internationale Markt für uns nicht zu bewältigen. Für ein mittelständisches Unternehmen birgt alles außerhalb Deutschlands neben Chancen auch große Herausforderungen. Vor allem in Bezug auf ausfuhrrechtliche Bestimmungen, Gesetzeslagen, Zoll und andere rechtliche Regelungen. Es gibt Anforderungen, die so nicht in Deutschland existieren. Hier gilt es Lösungen zu finden und schneller und besser als die Global Player zu sein. Oder eben bei einem Global Player als Motor unter der Haube mit zu arbeiten. Mit vertretbarem Aufwand gibt es jedoch offen gesagt nur zwei Möglichkeiten für uns am internationalen Markt, aktiv und erfolgreich zu sein: mit einer starken Referenz eines deutschen Kunden oder eben in einer starken Partnerschaft mit einem Integrator.

 

wt: Was macht die INNOSYSTEC aus?

Möhring: Fantastisch wäre doch hier eine Kundenaussage, warum man uns vertraut, oder? Ich bin mir sicher, Kunden schätzen an uns unser Verständnis für deren Bedürfnisse und dass wir schnell erkennen, welche Herausforderungen der Kunde hat. Wir haben tiefe Einblicke erhalten, die Kollegen genießen aber parallel ein sehr hohes Vertrauen bei den Kunden. Oftmals ist es auch kein „Kunde-Firma Setup“, sondern vielmehr eine Partnerschaft, die man über viele Jahre ausbaut. Unsere Kunden rechnen es uns hoch an, dass wir bei unserem Kerngeschäft bleiben. Wir beraten gerne, aber was wir nicht können, das machen wir auch nicht. Wir kennen unsere Grenzen und die kommunizieren wir offen. Wir haben eine Lösung, die enorm große Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen prozessieren, aufbereiten und visualisieren kann – das ist unser tägliches Brot, das können wir, das schätzt der Kunde an uns und das macht uns aus.

 

wt: Wäre ihrer Meinung ein Unternehmen wie bspw. Blackwater in der Welt der Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden denkbar?

Möhring: Meiner Meinung nach auf keinen Fall. Ein eigenständig lebensfähiges Konstrukt in einer rechtsfreien Parallelwelt gilt es zu verhindern. Genauso wenig wie Strom und Wasserversorgung oder den sozialen Wohnungsbau, darf der Staat die Sicherheit aus den Händen geben. Aber voneinander lernen und auch profitieren, das müssen Staat und Wirtschaft dürfen. Wir brauchen eine enge Kooperation und eine stärkere Verzahnung von Sicherheitsbehörden und deutschen Lösungsanbietern. Ich vertrete persönlich auch die Meinung, dass wir unsere Sicherheitsbehörden mit mehr Handlungsspielräumen ausstatten müssen, einerseits rechtlich, andererseits aber auch bezogen auf das Equipment. Wir leben in einer der stärksten und sichersten Demokratien der Welt. Dass dies so bleibt, verantworten wir alle gemeinsam. Die Politik, die Gesellschaft und die Industrie. Wir als INNOSYSTEC leisten einen zentralen Beitrag für die Sicherheit Deutschlands.

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